Was kostet eine Homepage für einen Handwerksbetrieb in Österreich?
Kurze Antwort: Für eine ordentliche Betriebsseite mit fünf bis acht Unterseiten zahlen Sie entweder einmalig rund 1.500 bis 6.000 Euro netto plus laufende Kosten, oder eine monatliche Pauschale ohne Einmalbetrag. Was Sie wirklich vergleichen müssen, ist die Summe über drei Jahre, inklusive Domain, Hosting, Mailkonto und Änderungen. Rechnen Sie es so durch, wie Sie selbst ein Angebot kalkulieren: alles hinein, was anfällt, nicht nur die Herstellung.
Warum die Zahlen im Internet so weit auseinandergehen
Drei Gründe: Erstens meint jeder etwas anderes mit "Website" (Visitenkarte mit Kontaktformular oder Portal mit Terminbuchung). Zweitens stehen fast überall nur die Einmalkosten, nicht der Betrieb danach. Drittens sind viele Monatspreise Aktionspreise für das erste Jahr, danach gilt der Listenpreis.
Die folgenden Bandbreiten sind eine Marktbeobachtung aus Preislisten und Anbieterbeiträgen österreichischer Anbieter, abgerufen im August 2026. Es ist keine Studie und kein Angebot, sondern eine Orientierung für Ihre eigene Kalkulation.
Die vier Modelle im Vergleich
| Kriterium | Agentur | Baukasten (selbst) | Verzeichnis- oder Kombipaket | Mietmodell |
|---|---|---|---|---|
| Einmalig | ca. 1.500 bis 6.000 Euro netto, nach oben offen | 0 | meist 0 oder gering | 0 |
| Monatlich | Hosting ca. 5 bis 15 Euro, Wartung optional ca. 50 bis 150 Euro | ca. 5 bis 30 Euro je nach Tarif | Paketpreis, oft mit Bindung | Pauschale, meist zweistelliger Betrag |
| Bindung | keine, aber Wechsel kostet Aufwand | monatlich oder jährlich | branchenüblich 24 Monate mit automatischer Verlängerung | je nach Vertrag, oft monatlich |
| Domaininhaber | prüfen, oft die Agentur | Sie, wenn Sie sie selbst registrieren | prüfen, häufig der Anbieter | prüfen, muss der Betrieb sein |
| Änderungen | nach Aufwand oder Wartungsvertrag | machen Sie selbst | je nach Paket begrenzt | meist inkludiert |
| Bei Kündigung | Seite gehört Ihnen, Daten mitnehmen | Inhalte exportieren, Layout bleibt beim Anbieter | Restlaufzeit läuft weiter | Seite endet, Domain bleibt bei Ihnen |
Was jeden Monat weiterläuft, egal welches Modell
Diese Posten fallen an, auch wenn die Seite fertig ist und niemand sie angreift:
- - .at-Domain über einen Registrar: ca. 10 bis 40 Euro pro Jahr
- - Webhosting: ca. 5 bis 15 Euro pro Monat für einen kleinen Betrieb
- - Mailkonto mit eigener Domain (also info@ihrbetrieb.at statt einer Gratis-Adresse): oft im Hostingpaket, sonst extra
- - SSL-Zertifikat: bei den meisten Providern kostenlos enthalten
- - Updates und Backups: bei WordPress und ähnlichen Systemen laufender Aufwand, bei einer statischen Seite kaum
- - Textänderungen: neue Telefonnummer, neue Leistung, neuer Mitarbeiter
- - Fotos: der Posten, der am häufigsten vergessen wird
In Summe liegen die reinen Betriebskosten für Domain und Hosting bei grob 100 bis 400 Euro pro Jahr. Was darüber hinausgeht, ist Arbeitszeit, entweder Ihre oder die eines Dienstleisters.
Drei Jahre gerechnet
Ein Rechenbeispiel, damit die Größenordnung greifbar wird:
Agenturseite um 3.000 Euro netto, dazu 300 Euro pro Jahr für Domain und Hosting und zweimal jährlich eine kleine Textänderung nach Aufwand. Über drei Jahre landen Sie bei ungefähr 4.000 bis 5.000 Euro.
Baukasten um 15 Euro pro Monat plus Domain: rund 600 Euro über drei Jahre, dazu Ihre eigene Arbeitszeit für Aufbau, Texte und Pflege. Wer das gern selbst macht, fährt damit günstig. Wer es nicht macht, hat nach zwei Jahren eine halbfertige Seite.
Bei Paketen mit Laufzeitbindung rechnen Sie Monatsbetrag mal Bindungsmonate, bevor Sie unterschreiben. 89 Euro monatlich auf 24 Monate sind 2.136 Euro, unabhängig davon, ob Sie das Paket nutzen. Verlängert sich der Vertrag automatisch, gilt dieselbe Rechnung nochmals. Bei Streitigkeiten rund um solche Verträge ist die Internet Ombudsstelle eine Anlaufstelle.
Mietmodelle vergleichen Sie am einfachsten über 36 Monate gegen die Agenturvariante. Der Bruch liegt meist zwischen dem zweiten und vierten Jahr.
Förderung: der aktuelle Stand
KMU.DIGITAL ist die bekannteste österreichische Schiene (Initiative des BMWET gemeinsam mit der WKÖ). Auf kmudigital.at steht beim Abruf im August 2026 der Hinweis, dass das Budget von KMU.DIGITAL 4.0 vollständig ausgeschöpft und eine Antragstellung für Beratungs- und Umsetzungsförderung nicht mehr möglich ist. Viele Agenturbeiträge werben weiterhin mit Förderbeträgen. Kalkulieren Sie eine Förderung daher nicht ein, sondern sehen Sie kurz vor der Entscheidung selbst auf kmudigital.at nach, weil sich das mit einer neuen Förderperiode ändern kann.
Was nichts kostet
Bevor Sie Geld ausgeben: Das Google-Unternehmensprofil ist samt Fotos, Beiträgen und Bewertungen kostenlos. Der Eintrag in firmen.wko.at ist als Mitglied ebenfalls kostenlos. Und für das Impressum bietet die WKO ein kostenloses Impressumsservice mit Mustertexten je Rechtsform an. Wer Ihnen einen "Google-Eintrag" verkaufen will, verkauft Ihnen etwas, das Sie selbst in einer halben Stunde anlegen.
Welches Modell zu welchem Betrieb passt
- - Sie haben Freude an der Sache und eine Stunde pro Monat Zeit: Baukasten. Registrieren Sie die Domain selbst, dann gehört sie Ihnen.
- - Sie brauchen etwas Eigenes, mit Kalkulator, Shop oder Schnittstelle zur Software: Agentur. Vereinbaren Sie vorher schriftlich, was eine Änderung nach der Übergabe kostet.
- - Sie wollen sich nicht kümmern und die Seite soll aktuell bleiben: Mietmodell, aber nur mit kurzer Kündigungsfrist und der Domain auf Ihren Namen.
- - Laufzeitpaket mit 24 Monaten Bindung: nur, wenn Sie die Gesamtsumme ausgerechnet haben und der Gegenwert stimmt.
Bei jedem Modell gilt dieselbe Grundregel: Vier Zugänge sollten Ihnen gehören, nämlich Domain, Hosting, Redaktionssystem und Google-Unternehmensprofil. Dienstleister bekommen eigene Zugänge. Dann können Sie jederzeit wechseln, ohne jemanden um Erlaubnis fragen zu müssen.
Ein konkreter Anhaltspunkt aus Oberösterreich: Ein Anbieter, der Fixpreis-Homepages bewirbt, nennt öffentlich 3.800 Euro für eine fertige, suchmaschinenfreundliche Seite in drei Wochen. Das ist ein fairer Preis für saubere Arbeit – aber es ist ein Betrag, der auf einmal fällig wird, bevor die Seite steht. Genau daran scheitert es bei vielen kleinen Betrieben, nicht am Wollen.
Die Pixel-Werkstatt ist eines dieser Mietmodelle: 29 Euro im Monat, Domain, Hosting, Mailkonto und Änderungen inklusive, monatlich kündbar, die Domain läuft auf Ihren Betrieb. Ob das für Sie günstiger ist als eine Agenturseite, sehen Sie an der Drei-Jahres-Rechnung oben.
Stand: August 2026
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